Freitag, 20. Mai, Tag 11: Abenteuerliche Pfade, Zeichensuche und eine urkomische Gemeindeverwaltung

Aber zu zweit, da ist das alles nur halb so schlimm. Denn wenn man jetzt Umwege, Extrakilometer oder falsche Straßen läuft, dann ist man a) nicht alleine Schuld und b) glaubt einem auch jemand, dass man nicht zu blöd war, den Weg zu finden, sondern es an der Stelle schlicht und einfach schlecht oder gar nicht gekennzeichnet war oder es einfach keinen anderen Weg gab, dem man weiter hätte folgen können. b) wäre in dem Fall mein Vater.

Der ist heut morgen um 9 Uhr mim Zug angereist und nach kurzer Planbesprechung ging es auch schon durch Weilburg an die Lahn runter. Allerdings nur für etwa zwei Kilometer, dann wechselten wir souverän auf den Weiltalweg, der – man mag es kaum glauben – an dem Fluss Weil entlang führen sollte. Und da ging es richtig abenteuerlich zu! Nicht wie man bei einem Flusswanderweg erwarten könnte gemütlich bis langweilig am Fluss entlang, nein nein, wenn ich weiß, mein Papa wandert mit, suche ich mir immer extra spezielle Strecken mit Durchwühlen, Drübersteigen, Ducken usw. aus 😀 Wie letztes Jahr in Tschechien.

Erlebnisstation Nummer 1 :-)

Erlebnisstation Nummer 1 🙂

So ging es direkt vom Fluss weg hoch in den Wald,  erste Erlebnisstation: Umgekippte, quer liegende Baumstämme übersteigen, ziemlich dicht an der Kante, mit den Rucksäcken gar nicht so einfach. Zweite Erlebnisstation Weg zwischen dicht gewachsen Jungbäumen hindurch finden. Dann kurze Atempause auf den schönen Pfaden oberhalb der Weil, bis es hoch zur Ruine Freienfels ging. Dritte Erlebnisstation: Schmale ansteigende Pfade um die Ruine herum (8 km). Als Belohnung winkte die Burgruine (leider erst morgen eine Festivität hier), und das alles bei herrlichem Sonnenschein.

Dichter Wald, Sonne, herrlich!

Dichter Wald, Sonne, herrlich!

Bis zur Ruine Freienfels lief alles glatt :)

Bis zur Ruine Freienfels lief alles glatt 🙂

Damit keine Langweile aufkommt, war die nächste Station schon kniffliger: Finde den Weiltalweg, folge nicht weiter dem Lahntalweg, die bis hierher ein Weg waren. Ein Einheimischer sollte helfen, tat er zuerst auch, aber vom angekündigten Löschweiher war weit und breit nichts zu sehen. Zeichen des Weiltalwegs auch nicht, also das alte Spiel – nach Karte und Sonnenstand/Kompass orientieren. Das hat so gut bis semi-gut geklappt.  😉 Aber wir ließen uns nicht von meinen gefürchteten, in die falsche Richtung führenden Serpentinen-Forstwegen irritieren und kamen dann nach einiger Zeit endlich wieder zurück an die Weil – 15 Kilometer bis Ernsthausen statt vielleicht 12 Kilometer. Das geht 🙂

Nach einer kurzen Rast auf einer Kirchenbank, ging es dann schon weiter: Der Weiltalweg verlief bis Weilmünster auf dem Radweg, nicht so schön, aber einfach. Dort konnten wir in einem bretonischen Café eine schöne, längere Rast einlegen, nachdem wir die lustigste Tourismusinformation der Welt aufgesucht hatten: Die Info ist gleichzeitig ein Damenmodengeschäft namens Frauenzimmer als auch die Gemeindeverwaltung von Weilmünster… Eine sehr unterhaltsame Kombination und mit dem Kaffeevollautomaten bestimmt auch ein beliebter Dorfklatschtreffpunkt :))

Aber man darf nichts sagen: Eine der Damen, als Funktion der Gemeindeverwaltung Weilmünster, organisierte uns in Dietenhausen eine Ferienwohnung. Auch zu dem Ort mussten wir uns den Weg suchen, das klappte schon einen Tick besser mit höchstens ein- bis eineinhalb Kilometern mehr. Aber es waren ein paar schöne Stellen durch ein Naturschutzgebiet dabei, also ein wunderbarer Abschluss eines wunderschönen Tages mit nur 5 Minuten Regen. Und ich habe jetzt einen Zeugen, der mir bestätigt: Nicht immer kann ich was für mein Verlaufen! 🙂

Gelaufen: 25,2 km

Motto: Zu zweit (ver-)läuft sich’s viel besser

 

 

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