Samstag,  21. Mai, Tag 12: Wie man sich auch zu dritt verlaufen kann…

…und der Tag trotzdem wunderschön wird! Dafür reichen einfache Zutaten: Eine Landkarte ohne Wanderwege-Benennung, regionale Wanderschilder die falsche/missverständliche Angaben machen, ein einvernehmliches Begutachten der Lage und Entscheidung, wo’s lang gehen soll, und natürlich die richtigen Mitmenschen, nämlich der Papa und eine gute Freundin von mir, die Nina.

 

Bis wir Nina allerdings in Hasselborn trafen, haben mein Vater und ich uns schon ein bisschen verschanzt. Was nicht ganz unsere Schuld ist, aber hey, es will ja niemand mit dem Finger auf irgendwen zeigen (auf ein regionales Wanderzeichen oder so z.B.)… Fakt ist, von Dietenhausen aus haben wir uns auf Feld- und Waldwegen bewegt, die zwar irgendwie gekennzeichnet waren, aber nicht als solche Wege, die auf meiner Karte zu finden waren. Da richtet man sich halt doch wieder nach der Himmelsrichtung, wir waren auch ziemlich frohgemut, rechtzeitig am vereinbarten Treffpunkt zu sein.

Wären wir auch, bin ich zumindest der festen Überzeugung,  wenn nicht nach 4 Kilometern (mit 5 km hatten wir bis Hasselborn gerechnet) ein Schild mit der Aufschrift „Hasselborn 2 km“ nach links gezeigt hätte. Dem haben wir, gegen unsere eigentliche Vermutung weiter geradeaus weiter zu laufen, Glauben geschenkt. Tja, blöd gelaufen. Auf einmal fanden wir uns auf einem Rundweg „Rund um Hasselborn“ wieder, der uns dementsprechend ordentlich Extrakilometer bescherte – daran konnte auch der niedliche Hase auf dem Schild (als Wanderwegezeichen) nichts ändern.

 

Also hatten wir 8,8 Kilometer statt 5-6 km hinter uns, als wir Nina am Friedhof am kleinen verschlafenen Ort trafen. Naja, was soll’s 🙂 Zu dritt ging es weiter – leider schienen wir auch hier direkt den Start wieder zu vermasseln. Zumindest im Nachhinein mussten wir feststellen, dass wir einen Weg weiter östlich hätten nehmen sollen. Aber auch hier: Die Wanderzeichen vor Ort waren zu 75% nicht auf der Karte zu finden, ist man in guter Gesellschaft,  finde ich das aber auch halb so schlimm! Dann läuft man halt einen anderen schönen Weg durch den waldigen Hochtaunus 🙂

Nina und Papa auf (Ver)Wanderwegen

Nina und Papa auf (Ver)Wanderwegen

Familiy on tour :)

Familiy on tour 🙂

Bei bestem Wanderwetter fanden wir natürlich auch den richtigen Weg nach Bodenrod und von dort aus – kein Verlaufen mehr: Nina weiß jetzt ja schließlich auch, warum ich mich so ab und an verwander 😉 Ein Stück lang folgten wir nun dem Europafernwanderweg E3, der eine kleine Etappe auf einem tollen schmalen Pfad für uns bereit hielt. Über die Landstraße kamen wir nach Maibach, leider auch hier nichts zum Einkehren, aber die Wiese hielt ein schönes Pausenplätzchen für uns bereit.

 

Auch von dort fanden wir den richtigen Waldweg nach Langenhain-Ziegenberg, wo angeblich ein Campingplatz sein sollte. Wir alle drei zweifeln erstmal, als wir ankommen. Aber – eine Frau belehrt uns eines besseren: „Ach da auf dem Uhu! Ja da müsst ihr da uffn Berg rauf, hier ganz steil oder da nochemal drumherum“. Ok, wir brauchen alle drei ne Pause, schließlich ist Nina nun auch schon 18 Kilometer unterwegs und Papa und ich 25.

Drei Musketiere :-)

Drei Musketiere 🙂

Nach einem kühlen Getränk wird der Berg in Angriff genommen, 800 m bergauf, dann noch ne Weile durhs Feld. Zu sehen ist nichts außer Wiesen, Felder und dahinter Wald, wo soll hier ein Campingplatz sein?! Da ein Schild: Freizeiteinrichtung Uhu… Dann langsam Gebäude,  und keine Menschenseele zunächst zu hören oder sehen. Zufällig kommt der ältere Hausmeister gerade – eigentlich ist das hier ein Selbtversorgerhaus für Gruppen, die dann eben auch zelten können. Aber er ist da unkompliziert, wir sprechen uns mit dem Hord, der sich im Haus aufhält,  ab, können unser Zelt auf die große Wiese stellen und bekommen einen Badschlüssel. Also wieder eine Zeltplatz nur für mich und meinen Vater 🙂 In toller Lage! Wir verabschieden Nina – und ich für heute euch…

Gelaufen: 27,8 km

Motto: In bester Gesellschaft ist mir der Weg egal!

Eine Wiese, ein Zelt, ringsum Natur - gute Nacht :-)

Eine Wiese, ein Zelt, ringsum Natur – gute Nacht 🙂

 

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Ein Kommentar

  1. Liebe Hanna,

    habe heute meine letzte Tour gemacht und sitze jetzt ganz gemütlich im Hotel am Airport, gönne mir ein zweites (typisch hoher Norden) eigentlich viel zu teures Bier und habe Deine Erlebnisse nachverfolgt. Bin gespannt wie es bei Dir weiter GEHT und wünsche Dir weiterhin viel Spaß, tolle Begegnungen und wenige Verwanderungen! 🙂

    Herzliche Grüße von den Färöer Inseln,

    Thorsten

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