Donnerstag, 19. Mai, Tag 10: Diese verflixte Sieben!

Die hat mich heut wieder Nerven, aber vor allem Kraft gekostet, der Wanderweg Nummer 7. Dabei hat der Tag so gut angefangen, bis nach Mittag lief auch alles rund, dann das alte leidige Spiel: Keine Zeichen mehr zu finden, der Weg endet einfach in einer Wiese oder einer dichten Hecke. So wurde aus einem angedachten kurzen ein etwas zu langer Tag.

 

Dieser startet zwar auch im Regen – seit gestern Spätabend hat es durch geregnet – aber ich lies mir mit Kaffee und Frühstück Zeit, das Timing passte: Im Trockenen baute ich ab, packte den Rucksack und lief los. Nach einem Kilometer fand ich zurück auf den 7er, noch waren wir Freunde. Ich war ausgeschlafen und so empfand ich die geraden, eher eintönigen (Schotter-)Wege durch den Wald als guten entspannten Tagesanfang.

Noch dick eingepackt: Kaffee trinkem im Zelt und warten, bis der schlimmste Regen vorbei ist

Noch dick eingepackt: Kaffee trinkem im Zelt und warten, bis der schlimmste Regen vorbei ist

Nach 8 Kilometern erreich ich Mengerskirchen, hier ist zwar das erste Mal schon kein Zeichen, aber die Wanderkarte ist relativ eindeutig und so bin ich nach öfter mal auf die Karte wieder raus. Und hier mag ich den 7er sogar richtig gern! Er führt durch bunte Blumenwiesen, dann auf einer hoch und auf zugewachsenen Pfaden am Wald entlang. Ok, auch hier vermisse ich Zeichen, aber das Laufen mitten durch kniehohe Wiesen macht mir Spaß! Außerdem wird seit etwa 11.30 Uhr die Sonne immer stärker.

Der Weg endet in der Blumenwiese - noch macht's mir richtig Spaß!

Der Weg endet in der Blumenwiese – noch macht’s mir richtig Spaß!

Daher macht mir ein kleines Rumsuchen und Umwegchen nicht, schnell bin ich wieder richtig und laufe durch gelbsprotzende Rapsfelder, wo auch Mittag gemacht wird (oha, das Essen wird knapp!). Danach geht’s ab in den Wald, Zeichen des 7er-Wanderwegs gibt es schon seit Kilometer 10 nicht mehr, erst bei 15 km finde ich wieder eins. Aber da Landschaft und meine Wanderkarte übereinstimmen, läuft das.

Sonne, Rapsfeld, Mittagspause - perfekt!

Sonne, Rapsfeld, Mittagspause – perfekt!

Ätzend wird es erst so ab Kilometer 17. Gut, ich hatte mich gestern eh verschätzt und war von etwa 20 Kilometern nach Weilburg ausgegangen, klar war schon jetzt (wo die Welt noch in Ordnung war): Es würden wohl um die 23 km werden aber das wäre ja auch ok. Nur dass daraus nichts wurde, weil der liebe 7er nach der ersten 5 Kilometer-Pause beschloss, auch bei Kilometer 17, ab einem Fischteich, einfach keine Zeichen mehr zu haben. Und den bisherigen Weg auf einer nicht gemähten Wiese enden zu lassen.

Hier gestaltete sich das Orientieren anhand der Karte schon schwieriger, ich versuchte es mit Himmelsrichtung und einer Straße in der Ferne. Tja, ich kam auch zurück auf einen Weg, der zur Straße führte – aber oberhalb, der Hang zu steil und von dicht stehenden Bäumen und Büschen verdeckt. Also irgendwie drumherum, dann an der Straße lang. Es war richtig warm geworden und ich war ziemlich ko.

Ich schwitze, aber kann noch lächeln: Kurz nach diesem Bild verliere ich den Weg, und die Geduld

Ich schwitze, aber kann noch lächeln: Kurz danach verliere ich den Weg, und die Geduld

Kurz darauf traf ich zwei Nordic Walking-Damen, die für den Jakobsweg trainieren (in ihrer Gruppe wird sogar eine 70jährige Dame mitlaufen, finde ich toll!). Sie nahmen mich ein Stück mit – obwohl hier natürlich wieder deutliche Zeichen waren. War ja klar. Das Rumsuchen, vielleicht auch die Wärme und das wenige Essen, sehr wahrscheinlich aber auch die Belastung der letzten 9 Tage, machten mir die letzten Kilometer richtig zu schaffen. Als ich dann noch merkte, dass der vermeintlich nähere Campingplatz nur ein Jugenzeltplatz (mit Kaltwasser, ohne Sanitärräume und so) ist, und ich noch ein Stück weiter laufen muss. Puh, keine gute Stimmung.

Aber es verlangte mich nach einer Dusche, also nach jeder Bankpause weiter geschleppt und am Spätnachmittag angekommen im Odersbach (westlich von Weilburg). Das erste was ich gemacht habe: Ein Radler getrunken. Abhaken, so sind Tage halt auch, morgen bin ich wieder fit :)Außerdem war es trotz des Endes eigentlich ein richtig schöner Tag, so bis 15 Uhr auf jeden Fall…

Ankommen, Schuhe ausziehen, Radler trinken - der Zeltaufbau muss warten

Ankommen, Schuhe ausziehen, Radler trinken – der Zeltaufbau muss warten

Gelaufen: Etwa 28 Kilometer

Motto: Ankommen, abpumpen, abschalten und abhaken 😉

 

 

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2 Kommentare

  1. Weiterhin eine erlebnisreiche Tour, schönes Wetter, nette Wegbegleiter….👪Starte gleich zu unserer Wanderung ins Frankenland. Freue mich mal abzuschalten! LG bis dahin Gruß Gerhard. PS. Du hast eine schöne ArtDich auszudrücken. Macht Spaß zu lesen😀

    1. Vielen Dank lieber Gerhard! Ich hoffe du hast eine ebenso schönen Wanderung wie ich – dein Bauwagen und das Kuchenschlösschen haben sehr dazu beigetragen 🙂 Liebe Grüße vom Hochtaunus ins Frankenland!

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