Sonntag, 13. August, Tag 9: Überraschend schöne Wege – und ein überraschender Nachtplatz

Ja das sind so diese Sonntage, die genauso verlaufen, wie sie sollten: Sonntag,mTag des Mußes, der Sonne, des Treiben lassens, des sich nicht Hetzen lassens, der schönen ruhigen Zeit. Dachte ich gestern beim Karte studieren noch, dass es wohl eher ein zäher Sonntag wird – es sah so aus,mals wären die Wanderwege stets direkt am Radweg, z.T. direkt an der Straße entlang, so sollte sich das als kompletter Trugschluss herausstellen. Dazu wurde der Tag auch noch mit ganz netten, grundsympathischen Menschen eingerahmt – Herz, was begehrst du mehr?

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Noch am Oberuckersee, Ende meines Ruhetages am Samstag

Die Menschen, mit denen mein vorletzter Wandertag startete, waren Xaver und Anita aus dem Schwabenländle. Meine Nahbarn mit dem Wohnmobil luden mich, als ich grad beim Packen war, zum Kaffee ein und wir verquatschten uns über Reisen, Werte und die geiheime Sprache der Bäume für eineinhalb Stunden – Teil 1 der grundsympathischen Menschen. 🙂 So beschwingt ging ich um elfe los, erst am See entlang,  dann ein Stück Straße durch Warnitz durch und daraus hinaus. Die Sonne quetschte sich immer öfter durch die Wolken, und zack, schon war da ein Weg für uns Fußläufige, der von Rad- und Autoweg abwich; links rein in den Wald.

Das, was ich grundsätzlich liebe und schätze – schmale,  sich windende Pfade, lichter Wald, abenteuerliches Übersteigen von umgekippten Baumstämmen und durch Grün durchwühlen – wurde mir hier leider erneut von den fiesen Mücken verdorben. Naja, so habe ich die zwei Kilometer immerhin ziemlich schnell zurück gelegt 😉 Der hervorragend gekennzeichnete regionale Wanderweg schien zwar nicht oft benutzt, hatte aber lauter abwechslungsreiche Abschnitte für mich bereit. Es folgten gemütliche  Wege – und ein Abschnitt witziger Sumpfpfad – entlang von Gleisen (den ganzen Tag über fuhren vielleicht zwei Züge…) und am Rande von Feldern, weiten Wiesen, auf denen die Kraniche standen und vor sich hin quäkten. Die Sonne trug  ihr übriges zur völlig ruhigen, schönen Atmosphäre bei. „Land der stillen Reize“, steht in einem Ratgeber meiner Wanderkarte von Schorfheide, Uckermark und Benim. Das trifft es ziemlich gut finde ich.

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Fühlt sich gut an, wieder auf dem Fuß zu sein

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Zugewachsene Pfade…

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…mit Hindernissen

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Ja dort ist ein Pfad 🙂 Und sumpfiger Boden, ich freue mich über meinen Wanderstock

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Entspannte Wege führen zum Unteruckersee

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Weite Wiesen, eine frische Briese, man riecht den See – es fühlt sich fast wie Ostseeküste an

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Panorama von meiner Mittagspausenbank „Lan der stillen Reize“

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Erhabener Sitz mit meinen beiden wichtigsten Begleitern

Ein Stück am See entlang, ich war mittlerweile von Ober- zum Unteruckersee gewechselt, ging es sobald von den gemütlichen Feld- und Wiesenwegen auf einen schmalen Pfad, der mich durch dichtes saftiges Grün brachte, an Birken- und Lärchenwäldern vorbei und über Holzstege durch sumpfartige Landschaft am Rande des Sees. Raus aus dem dichten Ufergebiet, zog sich ein schmaler Wiesen- und Sandpfad dicht am See entlang und an süßen kleinen Badestellen vorbei (ich sah mein Zelt heut Nacht schon dort stehen…). Zum Ende hin gab es nach Prenzlau rein ein paar Meter auf dem asphaltierten Radweg zurück zu legen, aber das war nach so viel weiche Böden und schönen Wegen völlig ok.

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Herrliche Stege

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Herrliche Birkenwäldchen

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Herrliche Kennzeichnung 🙂

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Und nochmal kurze Flucht vor den nicht herrlichen Mücken

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Ich hatte mich mit meiner Freundin aus Berlin, Jana, um 17 Uhr hier verabredet und kehrte, da ich noch Zeit hatte, spontan in ein Anglerheim ein, an dem „hausgemachte Kuchen“ stand. Auf der Terasse mit Blick auf den See genoss ich einer herausragende Donauwelle. Als ich kurze Zeit später mit Rucksack und Stock am Tresen stand, um mein Geschirr reinzubringen, war der Wirt gleich Feuer und Flamme wer hier so alles in seiner Gaststätte, die er erst vor fünf Wochen übernommen hat, einkehrt und machte ein Foto für seine Webseite. Daraus entstand so nebenbei das Gespräch, dass ich mein Zelt heut Nacht an einer der Badestellen etwas außerhalb von Prenzlau aufstellen will. Thommy, der hochengagierte Pächter des Lokals „Gastro Thommy“ im Anglerheim: „Kannst dein Zelt auch hier aufstellen,  Platz ist genug und es ist wenigstens eingezäunt.“ …jaaa… Mega! 🙂 Ich freu mich riesig über das Angebot und verspreche, später wiederzukommen.

Jetzt treff ich erstmal Jana, wir gehen an eine Badestelle, nehmen ein erfrischendes Bad in dem krass glasklaren See, trinken Radler und quatschen, bis wir keinen Bock mehr auf Mücken haben. Dann kehren wir zurück zu Thommy und gesellen uns zu der netten Runde Angelvereinsmitglieder plus Anhang. Wir bekommen eine riesen Schüssel selbstgemachten Kesselgulaschs serviert – also wäre dieses Lokal nicht etwas zu weit weg von meinem Wohnort…ich würde öfter kommen! Wir unterhalten uns auch später, als die Gäste gegangen sind, noch lange mit dem Wirt und seiner helfenden Mutter, wie es zu der Übernahme dieser Wirtschaft kam und was da alles so mit drin steckt. Thommys Lebensgefährtin ist übrigens die hervorragende Köchin und Bäckerin, wir richten nochmal unsere Grüße aus, bevor wir allein gelassen werden.

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Hier lässt sichs stehen!

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Blick von der Terrasse

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Thommy und seine Mutter (links) mit Jana und mir (rechts) vor dem wunderschön hergerichteten Tresen der Gastro Thommy im Anglerheim

Zum krönenden Abschluss des wunderbaren, vorletzten Wandertags (schon fast ein – sehr gelungener – Abschluss meiner Tour), liegen Jana und ich auf dem dunklen Steg im See vor dem Lokal und schauen in den Sternenhimmel. Und sehen Sternschnuppen.

Gelaufene Kilometer: 18 km

Motto des Tages: Darum bringen Kaffee und Kuchen,  ach was sag ich!, darum bringt Essen Menschen zusammen 🙂

Ein Kommentar

  1. Schade, dass du schon angekommen bist. Es hat wieder richtig viel Spaß gemacht, deine Erlebnisse zu lesen und mitzufühlen! Aber du hast ja noch einige wunderschöne Tage mit deinen Freunden und Freundinnen vor dir.
    Lass es dir gut geh´n! Deine Mama

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