Dienstag, 24. Mai, Tag 15: Ich kann auch ohne verwandern (fast) – und in nass

Blieb mir ja auch nix andres übrig. Ich ließ es zwar ruhig angehen heute morgen, richtig ruhig, aber auch um halb elf regnete es noch. Also was soll’s: Ich hatte die ganze Wanderung über bisher nur Glück mit dem Wetter, da darf ich mich nich beschweren. Und außerdem: Ein Sauwetter-Tag gehört doch auch irgendwie dazu. 🙂 Den habe ich dann heute wohl mal abgehakt.

Die ersten drei Stunden ging es also nur durch Regen, mal mehr, mal weniger, aber eher mehr. Doch Regenjacke, Rucksack-Überzug und Gamaschen gaben mir Sicherheit und zumindest am Anfang Trockenheit. Ich war sogar so gut drauf, dass ich wieder Wege wählte, die nicht gekennzeichnet waren, meines Erachtens aber doch ne Abkürzung zu meinem Ziel sein sollten. Und, was soll ich sagen, ich muss euch enttäuschen: Es hat sogar geklappt! Kein Verwandern. 😉 Über eine kleine Straße und Feldwege kam ich zurück auf den geplanten Wander- bzw. leider eher Radweg.

 

Nach einigen Kilometern musste ich wieder ne Entscheidung treffen – sicheres Terrain Straße oder unbekanntes im Wald? Im Regen noch weitere Apshaltkilometer auf einer viel befahrenen Landstraße – nein Danke! Also abgebogen in den Wald, der mich, sollte ich die richtigen Wege wählen, eh schneller nach Marköbel bringen müsste. Und wieder, ich muss euch enttäuschen: Nicht verwandert 🙂 Nur einmal bin ich etwa 300 Meter zurück gelaufen, um einen anderen Weg zu nehmen. Das kann man ja wohl schlecht Verlaufen nennen, mehr eine Richtungskorrektur 🙂

Wasserdicht eingepackt und noch relativ trocken

Wasserdicht eingepackt und noch relativ trocken

Aber keine Angst, noch war ich ja nicht angekommen – und auch wenn es kein Umweg in dem Sinne war, was ich kurz vor Marköbel gemacht habe, es war doch ziemlich, naja, sagen wir mal, unklug, oder dem Wetter nicht angepasst vielleicht…

Ich war zu früh abgebogen, merkte das eine Kreuzung weiter und hätte wohl besser den halben Kilometer zurück laufen sollen. Wollt ich aber nicht. Hey, da war immerhin ein Feldweg, der genau in die Richtung zu führen schien, in die ich ja wollte, also auf kürzeren Weg zurück in die Spur. Das war der Weg tatsächlich auch, aber Weg wäre vielleicht übertrieben. Das sind so Spuren, die dann einfach im Feld enden oder zu ganz schlimmen Wegen werden. Meiner wurde zu einem zugewucherten Matschpfad. Gegen die ich ja grundsätzlich nichts habe – wenn nicht alles einfach nass ist. Fünf Minuten später waren Hose, Schuhe und Socken nicht mehr ganz so trocken.

Nasser - und doch noch recht fröhlich :)

Nasser – und doch noch recht fröhlich 🙂

Aber da es heut nicht kalt war, habe ich auch das relativ entspannt hingenommen,  die Hose war nach einer Pause unter einer überdachten Haltestelle eh wieder trocken. Und es hatte fast aufgehört zu regnen, also weiter gings auf dem Limes, der mich easy nach Neuberg brachte. Von dort wählte ich wieder etwas andere Wege, der Hundebesitzer würde schon recht haben, wenn er sagt, über den Feldweg geht es schneller nach Erlensee – war auch so, außerdem mal kein Asphalt unter den Füßen. Jetzt aber muss ich euch gestehen – und das erklärt das „fast“ in der Überschrift dieses Beitrags – jetzt war doch wieder ein wenig verlaufen im Spiel. Diese Wege durch die Stadt machen mich noch wahnsinniger als alle anderen durchs Land!

 

Nach zigtausend mal nachfragen, auf die Karte schauen, auf den Kompass schauen, nach Schildern schauen, wieder nachfragen…habe ich es dann endlich geschafft, in die richtige Richtung aus Erlensee rauszugelangen, nur um die letzte Hürde zu nehmen: Eine sich eeeeewig hinziehende Straße zum Campingplatz Bärensee – der zwar bei Hanau liegt, aber zu Bruchköbel gehört, was für mich schon sehr seltsam ist, hier zu wandern, unterwegs zu sein, spielte ich doch die letzten sechs Jahre (oder so) in Bruchköbel Handball…

Warum ich bei dem schönen Wetter wohl die Einzige mit Zelt bin...

Warum ich bei dem schönen Wetter wohl die Einzige mit Zelt bin…

Doch jeder trübsinniger Gedanke war verflogen, als das Zelt stand und ich Besuch bekam: Günter Hoffmann, dessen Projekte in den beiden nepalesischen Bergdörfern Tsum und Narathan ich mit meiner Spendenwanderung unterstütze, kam mit seiner Frau vorbei. Als Begrüßung hängte er mir einen tibetanischen Gebetsschal um wie es Brauch in Nepal ist – ich fühle mich durch diese Geste sehr geehrt.

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Wir plauschen eine ganze Weile und ich glaube, der Gesprächsstoff würde nicht ausgehen. Aber der Bäckermeister muss früh raus, und ich auch noch duschen, Essen kochen usw.. Günter lässt mir noch einen wunderschönen Glücksbringer für meinen Rucksack da sowie Brot aus seiner Bäckerei – und Kuchen! Hat er wohl irgendwie mitbekommen, dass ich den ganz gerne esse… 😀

Gelaufen: 26,6

Motto: Im Regen laufen hat ja schon was, aber Kuchen hat mehr 😉

 

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