Dienstag, 19. Mai und Mittwoch, 20. Mai: Regen? pah, dir lach ich in’s Gesicht!

Najaaaa, ok, ich geb zu, das ist vielleicht ein bisschen geschummelt. Nur ein wenig, ehrlich so ganz minimalst, so kaum der Rede wert… Ach was, verflucht hab ich ihn, diesen Regen!!! Gehasst und beschimpft, als ich durch ihn durch musste – bergauf! Aber, ich bin euch noch gestern schuldig (mal sehen, wie lang 49% Akku reichen…):

Dienstag, 19. Mai: Nichts ist so groß wie es scheint

Pünktlich zum angefangen Zeltaufbau dachte sich eine Wolke: Ach hier wollt ich schon immer mal so richtig abhängen! In eile packte ich mir allen Kram untern Arm und flüchtete in den Waschraum. So gings erst um 8.30 Uhr los, aber – ick hab ja Zeit. Mit letzter hörte auch das Wölckchen auf, abzuhängen, und ich wanderte fröhlich von Lengfurt (! nicht Lengenfeld wie ich falscherweise am 1. Tag schrieb) aufm Mainwanderweg durchn Wald. Alles ziepte und kniff und knirschte ein wenig, aber ich war frohen Gemuts und freute mich schon, aufn Kaffee in Marktheidenfeld. Des war mir dann aber zu früh und direkt vorbei kam ich auch nich – ein Blick auf die Karte, ach ich komm noch an einigen größeren Orten vorbei, da wirds schon was geben, auch zum Proviant einkaufen. Ich würde mich zwar als lernfähig bezeichnen, doch in manchen Dingen ist mir nicht zu helfen…
Sprich, Pustekuchen Kaffee, Pustekuchen Einkauf. Auf Rothenfels hatte ich meine Hoffnung gesetzt, doch auch da, Fehlanzeige. Allerdings gab es auf der schönen Burg überm Main einen (schlechten) Jugendherbergsautomatenkaffee. Mein Energiehaushalt wurde erneut vom Strudel der Oma und 2 Stücken Restpizza zusammen gehalten. Weitere 9 km musste ich bis Lohr, waren allerdings richtig schöne Waldpfade dabei, die ich Gazellen gleich runtersprang (…).

Rasender Pizza-Willy :-)

Rasender Pizza-Willy 🙂

Um viertel nach Vier kam ich platt am Forellenhof Campingplatz an, baute schnell das Zelt am kleinen See auf – und zack gings in die Altstadt, zum Kaffee mit Pizza Willy, der nochmal vorbeischneite. Und mein Proviant konnt ich auch endlich auffüllen, ja gut, endlich beginnen überhaupt einzurichten. Es folgte eine kalte, ungemütliche Nacht – hätt ich mir vielleicht doch keinen kleineren, leichteren Schlafsack zulegen sollen? 😉

Worte des Tages: Ja nee, hier gibt’s schon lange kein Bäcker mehr. Aber im nächsten Dorf, der hat aber nur montags, mittwochs und freitags 3 Stunden lang auf.

geschafft: ca 25 km, 5 h 20 min

Mittwoch, 20. Mai: Warum auf Regen immer Sonne folgt

Eigentlich müsste ich kaputt auf meiner auch trotz neu gekaufter Aluunterlage viel zu dünnen Therm-a-schieß-mich-tot-Matte liegen. Der dritte Tag war nämlich wie erwartet der schlimmste – was Schmerzen in Füßen, Rücken, Hüfte und Schultern angeht. Danach ist man eingelaufen 😉
Aber, und ich liebe Abers!, hat der Tag nach 15min laufen bescheiden angefangen – nämlich mit a) Nieselregen, der zu einem beständigen und ständig anwachsenden Begleiter der nächsten 3 Stunden wurde, mit b) einem Wanderschild, dass mir mitteilte, bis Gemünden wären es statt geschätzter 10,12 km halt 17 Kilometerchen, und mit b) einem ca 4,5 km langen Anstieg durch den Wald im Regen – entwickelte der Tag sich doch quasi fast wie ein Selbstläufer. Also gelaufen bin ich schon noch selbst, nämlich ca 18,5 km, bis ich nach einer genialen Strecke durch den Wald (da kam die Gazelle in mir wieder durch…) und zermürbenden Asphaltwegen durch Ortschaften in Gemünden ankam. Da es nich mehr so viel regnete und ich wenigstens noch ein bisschen Spaß gefunden hatte, war meine Laune auch schon wenig besser.
Viel besser wurde sie, als kurz nach 14 Uhr Willy tatsächlich mit Pizza und Kaffee vorbeikam! Jap, welcher Wanderer durfte sich wohl schon so einem Service erfreuen? Pizza an den Wanderweg, genial. Dazu passte das Timing, die Wolke von vorhin (vielleicht auch die von gestern) gab nochmal alles – ich wäre komplett durchgeweicht gewesen, wenn Willy und sein Auto nich gewesen wären. Die ham mich dann ein paar kleine Kilometerchen außerhalb von Gemünden entlassen (ja Fellows, ich habe kurz geschummelt, zeigt mich doch an!). Nach herzlichem Abschied vom rasenden Pizzamann, der für ein Kinderhospiz ein Heimatlied aufgenommen und für den Verein verkauft hat, machte ich mich nochmal auf die Socken.
Und siehe da, die Sonne hatte beschlossen, mir nochmal was zu beweisen und brannte vom Himmel. Geil! So ließen sich die nächsten Schritte richtig gut gehen, vorbei das Maulen vom Morgen. Ich folgte jetzt dem Main-Werra-Weg, bis wohin, wusste ich allerdings noch nicht: Ich wollte Strecke machen, weil ich morgen Abend Freunde aus Frankfurt in Bad Kissingen treffe. Doch dazwischen gibt es eigentlich kein Campingplatz oder ähnliches mehr…
Nicht nur tatsächlich folgt auf Regen Sonne, nein, auch bildlich. Guter Dinge lief ich voran – bis es 18 Uhr wurde und ich ca 27 km zurück gelegt hatte. Wat reicht, reicht, gut dass ich kurz darauf an den (leider geschlossenen :-() Gasthof Sodenberg gelang. Wo ich die Dame des Hofs schnell, ok ich schwindel schon wieder ein klein wenig, langsam entschlossen fragte, ob ich mich auf die Wiese neben den Hof stellen dürfte.
Ehe ich mich versah, durfte ich mein Zelt auf einer Wiese im Hofgarten aufschlagen und saß mit ihr und ihrem Mann bei Erdbeerkuchen, Sahne und Kaffee am Tisch und quatschte über das Leben als Schaf-/Landwirt. Ein Traum!

Jetzt hoffe ich, mein Akku hält noch das Hochladen einiger Fotos durch. Sonst muss ich wieder auf morgen vertrösten. Bis dahin, bleibt sauber, oder auch nicht. 🙂

Worte des Tages: Oh Regen, du zwiegespaltene Gestalt – dem einen Freud, dem andern Leid.

Geschafft: pie mal Daumen 27 km in langen Stunden und ein paar kurzen

Zelt, Wiese, Ausblick, Freude!!!!

Zelt, Wiese, Ausblick, Freude!!!!

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